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Trainerinterview mit Frank Zillmann

Es gab mehr wettkampforientiertes Training, bspw. auch eine gesonderte Kumite-Leistungsgruppe, in der ich auch zeitweise trainiert habe. Es gab anfangs (d.h. vor Matthias Golinski) noch niemanden, der ergänzend zum oder aufbauend auf Karate Selbstverteidigung im Nahbereich mit praxisnahen Techniken (Griffe, Hebel, Würfe) lehrte. Das Training selbst war natürlich aufgrund anderer Trainer und Schüler auch anders. Ob besser oder schlechter kann ich nicht einmal sagen, wobei das Training von Franz Bork oder Bernd Milner sicherlich eine andere Klasse hatte als unser heutiges Training.

Wie heißt du (Vorname und Name)?
Frank Zillmann
Wann bist du geboren (Geburtsdatum)?
29.03.1980
Hast du Kinder?
Ich habe zwei Jungen (geboren 2008 und 2010).
Wo wohnst du?
Ich wohne in Hattingen.
Was machst du beruflich?
Ich bin gelernter Bankkaufmann und Dipl.-Verwaltungswirt und arbeite bei der Stadt Bochum (als Beamter) im Finanzbereich (Zins- und Schuldenmanagement).
Wie bist Du zum Karate gekommen?
Ich wollte mich selbst besser verteidigen können und gleichzeitig sportlich aktiv werden. Es hätte auch Judo oder Ju-Jutsu oder ähnliches werden können, aber ich habe ein Probetraining beim Karate Dojo Bochum gemacht, fand es toll und bin bis heute geblieben.
In welchem Jahr war Dein erstes Training?
1997
Wo hast Du mit Deinem Karate-Training angefangen?
Beim Karate Dojo Bochum, seinerzeit aber noch im gemeinsamen Gesamt-Verein von Franz Bork und Bernd Milner.
Hast Du eigene Trainer, die Dich und Dein Karate geprägt haben?
„Geprägt“ weiß ich nicht und würde ich auch so nicht sagen. Ich habe von vielen Trainern gelernt und bei vielen Trainern Spaß am Karate gehabt. Ich habe früher besonders gerne bei Frank Gerdes, Matthias Golinski und Franz Bork trainiert. Zuletzt habe ich meine „Trainings-Heimat“ bei Jürgen Orth und Tim Jahn gefunden und bin nach deren Weggang in die Gruppe von Gerd Gelfuhs gewechselt. Bei Gerd Gelfuhs macht das Training ebenfalls Spaß, insbesondere in der dort vorherrschenden ungezwungenen und unterhaltsamen Atmosphäre.
Wie kamst Du zum Karate Dojo Bochum; seit wann bist Du Mitglied?
Seinerzeit gab es nur einen großen Karate-Verein in Bochum und das war das Karate Dojo Bochum. Seit 1997 bin ich ohne Unterbrechungen aktives Mitglied.
Worin bestand für Dich am Anfang der Reiz, Karate zu trainieren?
Ich wollte mich selbst verteidigen können, mehr nicht. Dass mir Karate mit der Zeit viel mehr geben konnte, allem voran Körperbeherrschung und Selbstbewusstsein war mir anfangs nicht klar.
Wie war das Training, als Du mit dem Karate angefangen hast?
Es gab mehr wettkampforientiertes Training, bspw. auch eine gesonderte Kumite-Leistungsgruppe, in der ich auch zeitweise trainiert habe. Es gab anfangs (d.h. vor Matthias Golinski) noch niemanden, der ergänzend zum oder aufbauend auf Karate Selbstverteidigung im Nahbereich mit praxisnahen Techniken (Griffe, Hebel, Würfe) lehrte. Das Training selbst war natürlich aufgrund anderer Trainer und Schüler auch anders. Ob besser oder schlechter kann ich nicht einmal sagen, wobei das Training von Franz Bork oder Bernd Milner sicherlich eine andere Klasse hatte als unser heutiges Training. Damals gab es mehr aktive Bereitschaft, im Verein zu helfen und mitzuarbeiten, das gilt vor allem für den damaligen Jugendbereich, der vom seinerzeitigen Jugendwart und Trainer Frank Gerdes (mit Hilfe von Anken Park) aufopferungsvoll geleitet wurde. Damals hat das Karate Dojo Bochum noch den Ruhr-Pokal ausgerichtet und alle Helfer wurden von der Jugend ohne viel Diskussionen und ohne Probleme gestellt, gleiches gilt für öffentliche Veranstaltungen, bei denen wir uns als Verein vorstellen konnten (z.B. VfL for Fun). Das ist heute deutlich schwieriger.
Was motiviert dich nach jahrelangem Karate, auch heute noch regelmäßig zu trainieren?
Ich trainiere regelmäßig, aber nicht so oft wie andere, da meine Familie einen hohen Stellenwert für mich hat. Aber mein eigenes Training ist wichtig für mich und meinen Körper. Gerne lerne ich im Selbstverteidigungsbereich dazu, wenn es mir zeitweise auch schwer fällt, gleiches gilt für Katas. Zeit- oder Prüfungsdruck empfinde ich nicht, so dass ich mich gern und ohne Druck dem Karate und der Selbstverteidigung widme.
Wie glaubst Du, wird sich das Karate der Zukunft entwickeln?
Hoffentlich frei und möglichst breit nach den Bedürfnissen der jeweiligen Karatekas. Jeder Mensch setzt im Karate andere Prioritäten, trainiert bestimmte Teilbereiche gern oder ungern, der eine misst sich gern im Wettkampf bis hin zum Top-Leistungsbereich, der andere trainiert in erster Linie, um mit Karate fit zu bleiben oder sich selbst verteidigen zu können. Doch eines ist wichtig: Möglichst jeder soll sich in seinem jeweiligen Verein wiederfinden können. Die Bedürfnisse der Mitglieder sollen die Maßgabe für die Vereinsausrichtung sein. Dann kann eine bewusste Breitensport-Ausrichtung mit Selbstverteidigungs-Aspekten ebenso akzeptiert, gut und sinnvoll sein wie eine reine traditionelle Kihon- und Kata-Ausrichtung, ebenso eine reine Wettkampf-Orientierung eines Vereins. Sicherlich werden aber die Jukuren (ältere Karatekas) bei vielen Vereinen mehr Beachtung und zielgerichtetes Training erfahren (müssen).
Haben einige der heutigen Trainer als Schüler bei Dir angefangen?
Ja, Tim Jahn (wobei er mittlerweile nicht mehr bei Karate Dojo Bochum e.V. ist) und Sascha Kiseier.
Wann hast Du Dein erstes Training gegeben?
Im Jahr 2000, wann genau weiß ich aber nicht mehr.
Welche Karateka-Gruppen trainierst Du (Kinder, Jugendliche, Eltern, Ältere, Karateka mit Behinderungen)?
Ich trainiere eine Kindergruppe durchgehend seit 2000, sogar seitdem immer am selben Standort (Hildegardis Gymnasium).
Gibt es im Karate etwas, was Du am liebsten machst (z.B. Kata, Wettkampf)?
Am liebsten mache ich Kumite und Selbstverteidigung, dann folgen Kihon und Kata, ungern mache ich Bunkai.
Gab es Wettkampferfolge?
Keine nennenswerten.
Welche Sportarten machst Du noch?
Ab und an jogge ich.
Trainiert noch jemand in Deiner Familie Karate?
Meine Frau hat vor Jahren bei Uli Druba trainiert und es bis zum 8. Kyu geschafft, ist dann aber ausgestiegen. Mein Bruder hat mit mir beim Karate Dojo Bochum angefangen und mich bis zum 4. Kyu begleitet. Dann bekam er Knieprobleme, ist umgezogen und macht seit Jahren kein Karate mehr.

siehe auch...

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