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Stilrichtungslehrgang mit Franz Bork

Stilrichtungslehrgang des KDNW mit Franz Bork

Am 29. April 2012, findet ein Stilrichtungslehrgang des KDNW mit Franz Bork in der Sporthalle Friederikastraße statt. Einlass in die Halle ist ab 10:00 Uhr,Trainingsbeginn 10:30 Uhr.

Ich habe die Halle bei der Stadt Bochum bis 15:00 Uhr reserviert. Eine Lehrgangsgebühr fällt nicht an. Der Stilrichtungslehrgang dient der Vorbereitung zur Dan-Prüfung. Nach dem „offiziellen“ Trainingsende, ca. 12:30 Uhr schaut Franz sich normalerweise auch die Prüfungskata einzelner Karatekas an und gibt Tipps.

Viele Grüße

Andreas Welz

 

Das Bewahren der Tradition ist nicht das Anbeten der Asche, sondern die Weitergabe des Feuers
Ein Stilrichtungslehrgang mit Franz Bork (8. Dan), Ehrenvorsitzender des Karate Dojo Bochum e.V.

Ein Lehrgang vom Karate-Dachverband Nordrhein-Westfalen e.V. (KDNW) in der Sporthalle der Don-Bosco-Schule.
Der Ehrenvorsitzende des Karate Dojo Bochum e.V., Franz Bork (8. Dan), hat am 20.06.2009 (11:00 Uhr bis 16:30 Uhr) einen vom Karate-Dachverband Nordrhein-Westfalen e.V. (KDNW) ausgerichteten Stilrichtungslehrgang (Stilrichtung „Shotokan“) gegeben. Der Lehrgang fand mit Unterstützung des Karate Dojo Bochum e.V. in der großen Turnhalle der Don-Bosco-Schule (Friederikastr. 1, Bochum) statt.

Die offiziellen Stilrichtungslehrgänge des KDNW dienen der Weiterentwicklung und Pflege der Stilrichtung sowie der Förderung der traditionellen Werte. Sie wenden sich ausschließlich an höher graduierte Karateka (ab 3. Braungurt, 1. Kyu), da auf eine breit gefächerte und bereits vorhandene Basis aufgebaut wird. Das Motto der Stilrichtungslehrgänge 2009 lautet „Das Bewahren der Tradition ist nicht das Anbeten der Asche, sondern die Weitergabe des Feuers“. Die Stilrichtungslehrgänge werden von verschiedenen hochgraduierten Karate-Lehrern unter der Aufsicht von Stilrichtungs-Referent Bernd Milner gegeben. So kommen Bernd Milner (8. Dan), Franz Bork (8. Dan) und Wolfgang Brockers (4. Dan) zum Einsatz.

Nach der obligatorischen Meditationsphase begrüßte Bork die 19 motivierten Lehrgangsteilnehmer aus verschiedenen NRW-Vereinen. Sein Lehrgang gliederte sich in einen praktischen Teil mit dem Titel „Karate-Do als Weg von der äußeren zur inneren Stärke“ und einen theoretischen Teil mit dem Titel „Kata, Kumite und Kihon als Einheit“.

Noch vor dem Einstieg in die „körperliche Arbeit“ gab Bork einen Überblick über wesentliche theoretische Grundlagen im Rahmen einer Einführung. Er erläuterte seine Ansichten zur „inneren Stärke“ und brachte den Teilnehmern damit eine andere, eher ungewohnte Sicht auf den Karate-Sport näher. Er betonte traditionelle Werte und Einflussgrößen wie das Selbstbewusstsein, die Ausgewogenheit, die Selbsterkenntnis und den Ausgleich zwischen Körper und Geist. Bork überzeugte die Teilnehmer mit Aussprüchen wie „sollen, wollen und können im Einklang“ und „nur wer sich selbst kennt, ist stark“ und regte gleichzeitig zum Nachdenken an.

Doch er lies diese Erklärungen nicht im luftleeren Raum stehen, sondern stellte den Bezug zum Karate her:

  • Im Kihon (Grundschule, Grundtechniken) sei es das Ziel, Fertigkeiten und Techniken zu erlernen. Nebenziel sei auch die Stärkung körperlicher Eigenschaften (bspw. Kraft und Ausdauer).
  • Das Kumite (Freikampf) sei nicht mit einem Gegner, sondern nur mit einem Partner trainierbar. Maßgabe des Trainings solle hier Rücksicht und Selbsterkenntnis sein, so dass die innerliche Sicherheit und Ruhe zu unerlässlichen Faktoren des Miteinanders werde.
  • In der Kata (stilisierte Kämpfe in bestimmter Abfolge) solle der eigentliche Kampf („auf Leben und Tod“) stattfinden.

Nach diesem theoretischen Vorgeschmack brannten die 19 Teilnehmer darauf, sich in der Praxis weiterentwickeln zu können. So startete Bork sein Aufwärm- und Dehnprogramm, um sich dann zunächst der Kata zu widmen.

Als erste Kata gab Franz Bork die „Heian Godan“ vor, die wie gewohnt von den Teilnehmern vorgeführt wurde. Bei einem gewöhnlichen Kata-Training sollte es jedoch nicht bleiben, denn das Erleben der Kata durch den Karateka sei nicht immer identisch. Aus ungewohnter Perspektive durchgeführt, könne eine Kata völlig andere Anforderungen an den Karateka stellen. Die Vorgabe war also, die Kata „blind“ zu laufen, d.h. mit geschlossenen Augen.

Die Kata habe er absichtlich ausgesucht, da darin ein Sprung enthalten sei, der „den besonderen Reiz und die besondere Anforderung an den Geist und die Selbstkontrolle“ ausmache. Eine mit geschlossenen Augen gelaufene Kata mit eingesprungener Technik, erhöhe die Anforderungen an den Karateka enorm, so Bork. Nach ersten Durchläufen der gesamten Gruppe, stellte Bork jedem Kata-laufenden Teilnehmer einen Teilnehmer zur Seite, der die vom Partner gelaufene Kata beobachten solle. Dabei war es Bork wichtig, dass das Augenmerk nicht auf die Technik, sondern auf den Menschen gerichtet werde. Es sei sein Ziel, die Veränderungen sichtbar zu machen, die der Mensch beim Laufen der Kata durchmache; jedoch im Vergleich der gelaufenen Kata mit offenen Augen zu der mit geschlossenen Augen.

Der aus dieser Übung resultierende Lerneffekt wurde von Bork erläutert: „Es ist der Effekt, zu lernen, dass wenn man Angst hat oder unsicher ist, man langsamer wird. Das soll man sich
selbst eingestehen. Dazu zu stehen heißt auch, seine Gefühle und Empfindungen dem Trainer gegenüber äußern zu können. Das bedeutet innere Freiheit!“

Franz Bork führte weiter aus: „Man sollte es sich nicht zu leicht machen, aber auch nicht zu schwer. Beides verursacht Frust. Der Bereich dazwischen macht Freude und bringt Motivation.“ Eine Kata mit verbundenen Augen zu laufen, sei ein Beispiel für die übermittelte Botschaft. Durch die geschlossenen Augen werde man unsicher; es werde schwer, die Kata zu laufen. Das verursache auf Dauer Frust. Öffnet man aber zwischendurch kurz die Augen, so werde es wieder machbar. Das bringe Sicherheit und damit automatisch Freude und Motivation. Zur Förderung der persönlichen Entwicklung müsse man dann die Anforderungen stetig angemessen erhöhen, indem man die Augen immer ein wenig länger geschlossen halte.

Diese Botschaft in Verbindung mit der Anleitung zur Weiterentwicklung der Persönlichkeit könne auf verschiedene Situationen übertragen werden. Bereits mit dieser ersten Lehre aus dem praktischen Teil des Lehrgangs mit dem Arbeitstitel „Karate-Do als Weg von der äußeren zur inneren Stärke“ kann ein durchweg positives Fazit gezogen werden. Die Zufriedenheit der Teilnehmer war bereits jetzt auf den Gesichtern ablesbar und machte neugierig auf die noch folgenden Stilrichtungslehrgänge des KDNW.

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Archiv Bilder, Zeitungsartikel und Dokumente aus den 70ern – zusammengestellt von Gerhard Verhoeven (1.Dan)