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SchachtZeichen – Wir waren dabei!


Karate Dojo Bochum beteiligt sich an der Aktion „SchachtZeichen“ im Rahmen der Kulturhauptstadt 2010

Das Karate Dojo Bochum e.V. hat sich am 28.05.2010 an der Aktion „SchachtZeichen“ (22.05.2010 bis 30.05.2010) im Rahmen der Kulturhauptstadt 2010 beteiligt. (siehe Bilder)

Die Organisatoren suchten dafür Betreuer für die Helium-Ballone, welche ehemalige Zechen und Schächte im gesamten Ruhrgebiet für eine Woche markieren sollten. Dabei musste die Bewachung und die technische Betreuung (Befüllung, Beobachtung der Neigungssituation, angepasstes Aus und Einholen) des Ballons sichergestellt werden. Für die technische Betreuung war eine vorherige Schulung zu absolvieren.

Das Dojo des Karate Dojo Bochum e.V. liegt direkt neben dem früheren Schacht „Friederica 1“, so dass sich eine Beteiligung des Vereins an dieser ruhrgebietsweiten Aktion quasi aufgedrängt hat. Neben der kulturellen und historischen Aufklärung der interessierten Besucher über den markierten Schacht „Friederica 1“ sollte in einer Woche auch für ein buntes und kulturell anregendes Rahmenprogramm gesorgt werden.

In enger Zusammenarbeit mit dem Einzelhandelsverband der Ehrenfelder Fachgeschäfte, der anderen freiwilligen und sehr engagierten Helfer sowie der Ehrenfelder Organisatoren wie bspw. Dr. Dietmar Bleidick wurde für ein Wochenprogramm „aus einem Guss“ gesorgt. Das Programm des Ehrenfelder SchachtZeichens fand auf dem Schulhof der Don-Bosco-Schule, Friederikastr. 1, Bochum sowie auf der hinter der Turnhalle liegenden Rasenfläche statt. Das angestrebte Ziel, das SchachtZeichen für eine Woche zum Mittelpunkt des Stadtteils zu machen, wurde in Bochum-Ehrenfeld sicherlich erreicht.

Das Karate Dojo Bochum beteiligte sich durch die einen ganzen Tag umfassende Betreuung des Ballons der „Friederica 1“ am Ehrenfelder SchachtZeichen. Außerdem leistete das Karate Dojo Bochum seinen Beitrag zum bunten Wochenprogramm, indem das jährlich veranstaltete Sommerfest sowie das zeitgleich stattfindende vereinsinterne Kinder- und Jugendturnier auf den 28.05.2010 vorverlegt wurde.

Die ruhrgebietsweite SchachtZeichen-Aktion bewegte Menschenmassen in der gesamten Region: Es entstanden Völkerwanderungen zu den Aussichtspunkten des Reviers; viele interessierte Menschen besuchten die einzelnen Ballon-Standorte. So blieb es nicht aus, dass auch das SchachtZeichen des Schachtes „Friederica 1“ ein Anziehungspunkt für auswärtige Besucher und Touristen sowie der Bürger des Stadtteils wurde.

Nicht zuletzt durch die unermüdliche Arbeit der engagierten Helfer des Karate Dojo Bochum und der anderen Helfer wurden Fest und Turnier zum Erfolg. Nicht nur Vereinsmitglieder, sondern auch Kulturinteressierte sowie viele Bürger des Stadtteils besuchten das Sommerfest und das Kinder- und Jugendturnier des Karate Dojo Bochum e.V.. Auf diese Weise wurden neben dem kulturellen Aspekt quasi nebenbei Einblicke in Karate gewährt. Mit Fest, Turnier und einiger ehrenamtlicher Arbeit wurde das Karate Dojo Bochum so zu einem Teil der Kulturhauptstadt 2010.

Es folgen allgemeine Informationen zur Aktion „Schachtzeichen“ (Quelle: Projektseite SchachtZeichen (www.schachtzeichen.de): Dr. Volker Bandelow (Projektautor), Sibel Erkilet, Michael Moos)

Die Idee von SchachtZeichen

Im Herbst 2006 reichte Volker Bandelow aus Bochum bei der RUHR 2010 GMBH sein Konzept für SchachtZeichen ein.

Seine Idee:

Mit weithin sichtbaren Zeichen soll auf die Bergwerke verwiesen werden, die die Montanregion Ruhrgebiet prägten und an denen der Strukturwandel heute so deutlich erfahrbar wird.

Denn der Grund und der Fluchtpunkt für Zuwanderung, Siedlungen und Schienen, Straßen und Kanäle waren die Bergwerke.

Sie bildeten die Wurzeln des ökonomischen Aufschwungs – hier wurde das ‚Grubengold‘ ans Tageslicht geholt.

Mit ihrer Lage strukturierte sie den urbanen Raum und beeinflussten über viele Jahrzehnte das Sozialgefüge.

Heute kann man auf diesen alten Bergbauflächen – wenn man weiß, wo sie sind – den Wandel der Montanregion sinnlich erfahren. Man sieht Parks und Parkplätze, Einkaufszentren und Fabriken, Wohnsiedlungen und Schrottplätze, Museen und Theater, Gewerbeflächen und Freizeitstätten, Bürohäuser und wilde Wälder – und steht doch auf altem Zechengrund.

Indem SchachtZeichen die verschwundenen Bergwerke markiert, werden nicht nur Stadtentwicklung und Stadtstruktur lesbar. Erinnerungen werden geweckt und damit vielfältige Anlässe für Kommunikationsprozesse geschaffen.

Der Idee zugrunde liegt eine umfassendere Intention, die neben künstlerischen und kommunikativen Aspekten auch auf Veränderungen bei der kollektiven Wahrnehmung von (Stadt)Räumen und geschichtlichen Zeiträumen zielt. Sie verbindet die Bergbaukommunen des Ruhrgebiets mit ihren gleichermaßen wirksamen Traditionen, Erfahrungen und Potentialen. Und damit wirkt sie weit über 2010 hinaus.

Als Raumzeichen wurde ein großer, gelber Ballon ausgewählt, unter dem ein langer ‚Schweif‘ auf den Ort des alten Schachtes weisen wird.

Die Ballontechnik

Die Ballons

Die Ballons haben einen Durchmesser von 3,7 m und sind aus PVC. Um die 26,5 m³ eines Ballons zu füllen, benötigt man drei 50 l Flaschen Ballongas und eine weitere Flasche, um die Menge des Heliums, die während des Events diffundiert, nachzufüllen.

Die Befestigung

Der Ballon wird mit einem Seil im Mittelpunkt eines PKW-Anhängers über eine Umlenkrolle befestigt. Mit Hilfe einer mechanischen Seilwinde ist das Einholen des Ballons durch eine Person möglich. Die im Anhänger liegenden Ballongasflaschen (4 Stck. je 65 kg) und der Anhänger selbst dienen als Kontergewicht.

Zum Anhänger:

Es handelt sich um einen einachsigen Hänger des Types B6075 in der Variante HB50X0. Die technisch zulässige Gesamtmenge ist 750 kg und er wiegt leer 125 kg.Länge ist in mm: 2920. Breite in mm: 1500, Höhe in mm: 775 – 1920. Herstellerkurzbezeichnung ist STEMA 7801. Durch die Anhängertechnik kommen die Gasflaschen „gebrauchsfertig“ im Anhänger fixiert zum Standort.

Das Ballongas

Insgesamt werden 1.500 50l-Flaschen Ballongas für insgesamt 350 Ballons verwendet. Ballongas ist ein natürlich hergestelltes Gasgemisch und besteht aus Helium. Die Firma Air Liquide hat dieses Gas in Ihrem Spezialgasewerk in Krefeld-Gellep in sog. Smarttop-Flaschen, die besonders leicht zu bedienen sind, abgefüllt.

Technik NachtSchachtzeichen

Zwei 500-Watt Halogenlampen werden für dieses Ereignis im Ballon installiert und über ein Stromkabel (100m wasserdichte zugbelastete Schukoverlängerung) mit 220V-Strom versorgt. Das Kabel wird direkt entlang der Auflassleine am Ballon angebracht sein.

Schacht Friederica 1

Zugehörigkeit

ab 1867 Friederica
ab 1889 Dannenbaum
ab 1909 Prinz Regent

Schächte

FRIEDERICA 1 ALT, DANNENBAUM III
Weitere Schachtnamen: Friederica
Teufbeginn: 1867
Inbetriebnahme: 1870
Stilllegung: 1898
Verfüllung: 1901

FRIEDERICA SCHACHT 3
Weitere Schachtnamen: ab 1901 Friederica Schacht 1 neu
Teufbeginn: 1898
Inbetriebnahme: 1899
Stilllegung: 1960
Verfüllung: nach 1960

WETTERSCHACHT FRIEDERICA
Teufbeginn: 1902
Inbetriebnahme: 1903
Stilllegung: 1908
Verfüllung: 1908Geschichte und Nachnutzung

Bergwerksgeschichte

Nachdem im Jahre 1867 die Arbeiten an einem Tiefbauschacht aufgenommen worden waren, folgte 1868 die Konsolidation verschiedener kleineren Steinkohle- und Eisensteinberechtsame in diesem Bereich unter dem Namen Friederica. Der Schacht konnte drei jahre später die Förderung aufnehmen und blieb bis ins Jahr 1898 in Betrieb. In diesem Jahr wurde Schacht 1 stillgelegt und gleichzeitig mit den Teufarbeiten eines weiteren Schachtes begonnen. Dieser nahm bereits ein Jahr später den Betrieb auf und erhielt den Namen neuer Schacht 1. Gleich zu Beginn des neuen Jahrhunderts wurde der alte Schacht 1 verfüllt. Nachdem die Zeche Friederica unter einer unzureichenden Bewetterung gelitten hatte, begannen im Jahre 1902 die Teufarbeiten für einen neuen Förder- und Wetterschacht, rund 30 Meter nördlich von Schacht 1. Ein Jahr später konnte der Schacht in Betrieb genommen werden. Bereits im Jahre 1908 kam dann das Ende für den Wetterschacht; er wurde stillgelegt und verfüllt. Im Jahre 1909 kam es dann zur Übernahme durch die Zeche Prinz Regent. Dort blieb Schacht Friederica 1 neu bis zur Stilllegung der Gesamtanlage in Betrieb.

Nachnutzung

Im heutigen Bochumer Stadtteil Ehrenfeld erinnert die Friederikastraße an die bergbauliche Vergangenheit. Auf dem Gelände der ehemaligen Schachtanlage befinden sich heute die Zentrale von Verdi und das Albert-Einstein-Gymnasium.

Quelle: Projektseite SchachtZeichen (www.schachtzeichen.de): Dr. Volker Bandelow (Projektautor), Sibel Erkilet, Michael Moos

siehe auch...

Archiv Bilder aus den 70ern

Archiv Bilder, Zeitungsartikel und Dokumente aus den 70ern – zusammengestellt von Gerhard Verhoeven (1.Dan)