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„HatEnBo“-Kinderturnier 2010

Im Jahr 2009 kam es zu gemeinsamen Überlegungen dreier Karate-Vereine, ein alternatives und unkonventionelles Kinderturnier anzubieten. „Unkonventionell“ deshalb, weil die Kinder langsam und schonend ohne übermäßigen Leistungsdruck an das Turniergeschehen herangeführt werden sollten. Ziel war es, den teilnehmenden Kindern die Scheu vor Wettkämpfen zu nehmen und sie langsam an die Materie heranzuführen. Da sportliche Wettkämpfe für viele Kinder Neuland sind, gibt es bei den Kindern zunächst unbegründbare Vorbehalte gegenüber Turnieren, weil die entsprechenden Erfahrungen fehlen. Erst das langsame Heranführen an diese für die Kinder neuen Ausprägungen des Karate nimmt die natürliche Angst vor Unbekanntem und macht so Spaß und Lust auf weitere Turniere. Ergänzend zu diesem erklärten Ziel, sollte der Anteil eines jeden Kindes am Turnier so erhöht werden, dass das einzelne Kind sich dem Turnier zugehörig fühlt und sich in mehreren Anläufen (und nicht nur einem einzigen Start) beweisen kann. So sollte gleichzeitig vermittelt werden, dass ein einziger Augenblick nicht ausschließlich über gute oder weniger gute Turnierleistungen entscheidet, sondern die Summe mehrerer Leistungen maßgeblich ist.

Aus diesen Zielen und Absichten war das „HatEnBo“-Kinderturnier geboren worden. Der Name des Kinderturnieres entstand aus den Anfangsbuchstaben der drei Gründervereine 1. JJJC Hattingen, Shotokan Ennepetal und Karate Dojo Bochum. Der Teilnehmerkreis wurde auf die für den Erfahrungsaufbau wichtigste Zielgruppe beschränkt: Kinder im Alter zwischen 8 und 14 Jahren mit Graduierungen vom 9. Kyu bis zum 6. Kyu. Für ein Turnier mit dem erklärten Ziel des Angstabbaus bei gleichzeitigem Heranführen an Wettkämpfe war das Einhalten einer maximalen Größe des Turniers besonders wichtig. Ein Turnier mit mehreren hundert Startern könnte die vorgegebenen Ziele nicht mehr erreichen, so dass das „HatEnBo“-Kinderturnier nur vereinsinternen Charakter auf Ebene aller teilnehmenden Vereine haben sollte.

Das Turnier 2010

Am 18.09.2010 kam es schließlich zur zweiten Auflage dieses auf etwas andere Weise ehrgeizigen Turniers. Obwohl das Turnier erst zum zweiten Mal angeboten wurde, konnte das „HatEnBo“-Kinderturnier einen Zuwachs an Teilnehmern verzeichnen. In diesem Jahr gingen 26 Kinder im Alter zwischen 8 und 13 Jahren aus mittlerweile vier teilnehmenden Vereinen an den Start. Zusätzlich zu den Gründungsvereinen (1. JJJC Hattingen, Shotokan Ennepetal und Karate Dojo Bochum) nahm das Karate Dojo Gelsenkirchen unter Leitung von Hans-Jürgen Wittek im Jahr 2010 erstmals am „HatEnBo“-Kinderturnier teil.

Die Stimmung war trotz des bei Turnieren immer vorhandenen Kribbelns im Bauch sowohl bei den teilnehmenden Kindern als auch bei den mitgereisten Betreuern und Verwandten ausgezeichnet. Nicht zuletzt der familiäre Charakter des Turniers sorgte für gute und ausgelassene Stimmung. So wurde die Versorgung der Kinder und der Gäste durch Eltern und deren Spenden sichergestellt. Einzelne großzügige Pausen sorgten für Austauschmöglichkeiten unter den Eltern und Betreuern und garantierten den Kindern Erholungs- und Spielphasen. Außerdem konnten die teilnehmenden Kinder aufgrund der Größe des Turniers intensiv betreut werden.

In fünf Gruppen konnten sich die Kinder in relativ überschaubaren Gruppenstärken mit Kindern gleichen oder ähnlichen Alters und Gurtfarben im Bereich Kata messen. Auf einen Freikampf zwischen den Kindern wurde bewusst verzichtet. Aufgrund der Größe des Turniers und der vorab reibungslosen Organisation konnten alle Kinder ohne größere Zeitverzögerung drei Mal eine Kata zeigen. Innerhalb der einzelnen Gruppen wurden jeweils zwei Runden durchgeführt. Die Wertungen der drei Kampfrichter aus diesen zwei Runden wurden gemittelt und so die Platzierung am PC errechnet. Der Wertungsmodus erfolgte bewusst auf diese Art, so dass kein Kind direkt nach der ersten Runde ausscheiden konnte. So konnte sichergestellt werden, dass jedes Kind Erfahrung sammeln und Stress bzw. Aufregung unter Kontrolle bringen konnte. Zusätzlich zu den Wettkämpfen in den einzelnen Gruppen wurde zum Turnierende eine Allkategorie angeboten, in der alle Kinder egal welchen Alters und welcher Gurtfarbe nochmals ihre Kata zeigen konnten.

Als Kampfrichter waren Hans-Jürgen Wittek (Gelsenkirchen), Andreas Welz (Bochum) und Jürgen Porsch (Ennepetal) im Einsatz. Moritz Schmitz und Selina Blaß (beide aus Hattingen) kümmerten sich um die Organisation (Aufruf der Starter, Eingabe der Wertungen in den PC etc.). Unterstützt wurden sie dabei von Birte Porsch aus Ennepetal, die eine handschriftliche „Sicherungskopie“ der am PC verarbeiteten Punkteeintragungen vornahm.

Das erklärte Ziel, Kindern den Einstieg in Wettkämpfe zu erleichtern, konnte auch in 2010 zum mittlerweile zweiten Mal gefördert werden. Den teilnehmenden Kindern wurden erste Einblicke in Wettkämpfe und weitere wichtige Erfahrungen geboten. Auch die natürliche Scheu vor Neuem konnte im Bezug auf Wettkämpfe im Allgemeinen und das HatEnBo im Besonderen gemindert werden. Insgesamt konnte nach der zweiten Auflage dieses etwas anderen Kinderturniers ein positives Fazit gezogen werden.

Frank Zillmann

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